Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin - Hintergrundinformationen

1931 hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Olympischen Spiele für 1936 an Berlin vergeben. Anfang 1933 gründete sich in Berlin das Organisationskomitee für deren Austragung. Wenige Tage später wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Die NSDAP, mit Hitler an ihrer Spitze, begann sofort damit, bürgerliche Grundrechte außer Kraft zu setzen, eine Diktatur zu errichten, Deutschland militärisch aufzurüsten und einen Krieg vorzubereiten. Mißliebige politische Gegner wurden seit Beginn der NS-Herrschaft an verfolgt und jüdische Mitbürger schrittweise entrechtet. In den 1920er Jahren hatte die NSDAP noch eine strikt ablehnende Haltung gegenüber Olympischen Spielen eingenommen. Einen sportlichen Wettkampf gegen ehemalige Weltkriegsgegner, Schwarze und Juden hielt sie für ausgeschlossen. Doch ab Ende der 1920er Jahre wurde durchaus eine Teilnahme an Olympischen Spielen als Mittel nationaler Selbstdarstellung ins Auge gefaßt. So setzte sich z.B. 1932 die NSDAP als erste Partei im Bayerischen Landtag für Garmisch und Partenkirchen als Austragungsorte der Winterspiele 1936 ein. Es verwundert daher nicht, daß Hitler schon im März 1933 dem Organisationskomitee die volle staatliche und finanzielle Unterstützung des Reiches für die Durchführung der Olympischen Spiele 1936 zusagte. Das nationalsozialistische Regime hoffte auf diese Weise, der Welt seine vorgebliche Friedfertigkeit demonstrieren und die außenpolitische Isolation des Dritten Reiches, in die es vor allem wegen der antijüdischen Politik geraten war, durchbrechen zu können.

Früh regte sich im Ausland Widerstand gegen die Belassung der Spiele in Deutschland, besonders in den USA. Das IOC lehnte diese Boykottbestrebungen aber als Einmischung in eigene Belange und als kommunistisch begründete politische Einflußnahme ab, ging es doch von einer Trennung zwischen Sport und Politik aus. Den Hintergrund bildete dabei der Umstand, daß die kommunistische Sowjetunion bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg den Olympischen Spielen fernstand und aus ideologischen Gründen grundsätzlich nicht an ihnen teilnahm. Die Olympischen Spiele wurden als bürgerlich-imperialistisch abgelehnt. (Erst als die kommunistischen Machthaber erkannten, daß Medaillengewinne dazu genutzt werden könnten, um die mutmaßliche Überlegenheit der eigenen Staatsform gegenüber anderen zum Ausdruck bringen zu können, änderte sich deren Position.)

Auch der Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, der französische Baron Pierre de Coubertin, seit 1925 lebenslänglicher Ehrenpräsent des IOC, befürwortete die Austragung der Olympischen Spiele in Deutschland und beteiligte sich 1935 sogar mit einer weltweit ausgestrahlten Rundfunkansprache aktiv an den Werbemaßnahmen. So blieb den Boykottbestrebungen weitgehend ihr Erfolg versagt: Keine der eingeladenen Nationen boykottierte die Olympischen Spiele in Deutschland. Vereinzelt weigerten sich allerdings ausländische Sportler, zu den Wettkämpfen nach Deutschland zu reisen, woraufhin sie teilweise lebenslänglich von ihren nationalen Sportverbänden gesperrt wurden. So blieb den Boykottbestrebungen weitgehend ihr Erfolg versagt: Keine der eingeladenen Nationen boykottierte die Olympischen Spiele in Deutschland. Vereinzelt weigerten sich allerdings ausländische Sportler, zu den Wettkämpfen nach Deutschland zu reisen, woraufhin sie teilweise lebenslänglich von ihren nationalen Sportverbänden gesperrt wurden. Eine Schwierigkeit in der Bewertung der Olympischen Spiele des Jahres 1936 besteht darin, daß sich die Maßnahmen des ideell-olympisch argumentierenden Organisationskomitees und die des NS-Regimes höchstens in den Motiven ihres Handelns unterschieden aber kaum oder gar nicht in ihren Ergebnissen. Es hängt letztlich vom Standpunkt des Betrachters ab, ob er die einzelnen Bestandteile der Olympischen Spiele 1936 als Teil des olympischen oder des nationalsozialistischen Ideengutes ansieht. Denn olympisches und NS-Ideengut wiesen einige Anknüpfungspunkte auf, wie z.B. die Förderung der Körperkraft als hohes Erziehungsziel und die Theorie einer durch die Auswirkungen der Industrialisierung hervorgerufenen Dekadenz der Menschheit. Auch die von Coubertin propagierten Ideale wie Kameradschaft, Kampfesfreude, Ritterlichkeit und Vaterlandsliebe boten Anknüpfungspunkte; die von ihm ebenfalls propagierten Ideale Internationalismus und Demokratie freilich nicht. Trotzdem zeigte er sich von den deutschen Olympiavorbereitungen und deren Ergebnis äußerst positiv beeindruckt. Dies bedeutet aber nicht, daß die olympische Idee – bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt – als präfaschistisch bezeichnet oder gar mit dem faschistischen Ideengut gleichgesetzt werden könnte.

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